Hochzeitsgedicht

für Moni und Robbi

Die Monika – es wissen’s viele –
galt bisher im Getreideclub
als eine, die leicht wie im Spiele
zur Spitzenforschung viel beitrug.

Mit Weizen, Dinkel und mit Denken
hat Moni Tag und Nacht verbracht,
liess sich von keinem Mann ablenken,
selbst wenn er gute Forschung macht.

Zwar ist die Moni eine g’scheite
und durchaus rationale Frau.
Doch fehlt ihr nicht die zarte Seite;
das weiss, wer sie kennt, ganz genau.

Im Frühling war’s – ’s ist wie im Märchen –
da fiel sie jäh in Amors Bann.
Mit Robbi bildet sie ein Pärchen,
dem Offenburger Kirchenmann.

Im Schwarzwald hat Herr Robert Weller
mit Strenge knappes Geld verteilt.
Die Löhne drückt‘ er in den Keller,
die Liebe hat ihn nie ereilt.

Obwohl die Kindergärtnerinnen,
für die er wie ein Herrgott war,
versuchten, sein Herz zu gewinnen,
blieb er ein Single Jahr für Jahr.

Für Robbi war, so seine Worte,
die Ehe nur ein übles Leid.
Nie wollt‘ er zählen zu der Sorte,
die Ringe tauscht im Hochzeitskleid.

Doch hat Frau Doktor aus der Schweiz
den Junggesellen weich gemacht.
Vergessen war sein Liebesgeiz,
ein heisses Feuer angefacht.

Nun suchten beide in der Mitte
von Offenburg und Zürich
schnell ein neuer Job und eine Hütte
und zwar im Land des Willhelm Tell.

Derweil dass Robbi Priester quält
und dauernd Sparmassnahmen sieht,
hat Moni Vitaplant gewählt,
das Kräuterhaus im Baselbiet.

Für Basler-Priester-Nervenleiden,
wenn Robbi auf die Pauke haut,
kann Moni ihre Pflänzchen schneiden,
verkauft den Pfaffen Heilungskraut.

Wenn zwei sich treffen, wie die zwei,
und Stellen finden sehr gezielt,
da ist doch mehr als Glück dabei,
da hat der Herrgott mitgespielt.

von Trauzeuge Martin Keller

Hochzeitszeitung